Antifa-Demo zum einjährigen Bestehen des „Oseberg“

say auf wiedersehen

Für Samstag, den 10.4.2010, hatte unsere Gruppe in Zusammenarbeit mit der Antifa Youth Essen eine antifaschistische Demonstration gegen das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ organisiert, in dem ausschließlich die unter Neo-Nazis und ihren Sympathisanten und Sympathisantinnen beliebte Marke „Thor Steinar“ verkauft wird.


Nachdem in den vergangenen Wochen der Versuch seitens des Vermieters des Ladenlokals, auf zivilrechtlichem Wege für eine Aufhebung des Mietvertrages zu sorgen, gescheitert ist, hielten wir es für umso wichtiger, zum wiederholten Male auf die Präsenz des „Oseberg“ und darüber hinaus auch auf die Verwicklung der Vertriebsfirma, der MediaTex GmbH aus Brandenburg, aufmerksam zu machen.

Letztlich fanden sich etwa 250 Antifaschisten und Antifaschistinnen ein, um an der Demonstration teilzunehmen. Zu Beginn der Veranstaltung erfolgte ein durch die Demonstrationsleitung erwirkter Ausschluss von Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die der „Roten Antifa“ zuzuordnen sind.

Wir vertreten auch weiterhin den Standpunkt, dass diese Gruppe auf Grund der von ihren Mitgliedern immer wieder an den Tag gelegten Verhaltensweisen in linken Zusammenhängen nichts verloren hat, weshalb wir im Vorlauf der Demonstration dieser Gruppe bereits eine explizite Ausladung von unserer Veranstaltung geschickt hatten. Der Ausschluss der „Roten Antifa“ erfolgte dementsprechend auch nicht als Reaktion auf etwaige Vorkommnisse des Samstags, sondern ist uns ein generelles Anliegen.

Nach diesem kurzen Intermezzo konnte der Demonstrationszug schließlich losziehen, um an der Porschekanzel für eine erste Zwischenkundgebung anzuhalten. Die hier vorgelesenen Redebeiträge beschäftigten sich jedoch nicht nur mit dem Geschäft „Oseberg“, sondern auch mit Essener Lokalgeschichte: Unweit des Standorts der heutigen „Rathaus-Galerie“ wurde bis kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs ein Außenlager des KZ Buchenwald betrieben, in dem vornehmlich sowjetische Kriegsgefangene unter menschenverachtenden Bedingungen ihre Arbeit verrichten mussten. Sowohl die mangelnde Aufarbeitung des tatsächlich Geschehenen in der Essener Lokalgeschichte, als auch die kaum wahrnehmbare öffentliche Präsenz der mittlerweile angebrachten Gedenktafel für die Opfer wurde hierbei thematisiert.

Essen

Eine zweite Zwischenkundgebung erfolgte in Sichtweite des „Oseberg“. Hier wurde in einem thematisch passenden Redebeitrag noch einmal darauf eingegangen, welche Rolle ein Bekleidungsgeschäft wie „Oseberg“ für die Akzeptanz von offen echtsradikalen Symboliken in der Öffentlichkeit spielen kann. Im Anschluss bewegte sich der Demonstrationszug weiter über die Weberstrasse in Richtung Kennedyplatz, wo eine kurze Abschlusskundgebung stattfand. Die Demonstration sah sich über die gesamte Länge der Veranstaltung von einem immensen Polizeiaufgebot begleitet, die ersten Reihen mussten quasi in einer Art „Wanderkessel“ durch die Innenstadt laufen, außerdem wurden von Seiten der Polizei immer wieder Teilnehmer und Teilnehmerinnen videographiert. Auch wenn ein derartiges Auftreten von Polizeikräften mittlerweile zum Standard bei antifaschistischen Demonstrationen und anderen bundesweiten Großveranstaltungen gehört, sollte die Unverhältnismäßigkeit derartiger Maßnahmen nicht unerwähnt bleiben.

polizei

Zu Festnahmen und / oder Personalienfeststellungen im Rahmen unserer Demonstration kam es unseres Wissens nach nicht, wenn ihr allerdings trotzdem Rückmeldungen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge an uns weitergeben möchtet, könnt ihr dies gern per Mail tun.

Zum Schluss möchten wir uns bei allen unterstützenden Gruppen und Einzelpersonen bedanken, die für einen reibungslosen Ablauf der Demonstration gesorgt haben.

sdf

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